Warum du nicht tust, was du dir vornimmst

6 Gründe, warum du dein Verhalten nicht änderst

Herrgott, es kann doch nicht so schwer sein?! Warum kann ich nicht tun, was ich mir vorgenommen habe? Ich bin doch eine intelligente Frau?!

Wenn es dir auch manchmal so geht, kommen hier ohne Anspruch auf Vollständigkeit 6 häufige Gründe die erklären, warum trotz guter Vorsätze, Affirmationen und Tschakka-Diesmal-Aber-Wirklich-Ritual alles so bleibt wie es war...

 

Achtung: Diesen Artikel nur lesen, wenn du gerade die Kraft hast ehrlich hinzuschauen und dein Verhalten ein bisschen besser verstehen willst. 

1. Du schaust nicht genau hin

Gewohnheiten haben es an sich, dass sie unter unserem Radar fliegen. Aber selbst wenn uns eine schlechte Gewohnheit bewusst geworden ist schaffen wir es immer noch, den Elefanten im Raum zu ignorieren. „Lalala, ich kann dich nicht seeehen!“. Wir können jahrelang wegschauen, bis etwas uns zwingt, innezuhalten und hinzuschauen. Zum Beispiel wenn die Waage ein Gewicht überschreitet, das wir nicht mehr akzeptieren. 

 

Die "schlechte Gewohnheit" ins Bewusstsein zu holen, ist der erste wichtige Schritt. Wir stellen uns den ernüchternden Fakten: "Ups, ich greife tatsächlich jeden Abend zur Chipstüte, dabei dachte ich das wär nur so 1-2 Mal pro Woche!"

 

 

 

2. Du triffst keine Entscheidung

Wenn du genau hingeschaut hast und das Verhalten ins Bewusstsein geholt hast ist jetzt eine Entscheidung fällig. Das erfordert Mut. Denn daran misst du dich anschließend. Steht dein Wort? Oder kannst du dich nicht auf dich verlassen?

 

"Am Ende jeder Dusche drehe ich den Hahn auf kalt“ ist so eine Entscheidung. Punkt. Das ist ab jetzt so. Keine Diskussion nötig. Entscheidung getroffen.

Manchmal ist es hart. Aber solange es keinen echten Grund dagegen gibt, steht meine Entscheidung und ich drehe den Knopf auf kalt (eigenes Beispiel, habe ich vor Jahren beschlossen und es funktioniert *tschakka). 

Solange man die Entscheidung nicht getroffen hat ist es eher ein "das wäre ganz cool, öfter mal am Ende kalt zu duschen". Und das bleibt so kuschlig unkonkret. Nur montags? Oder nur wenn ich Lust drauf habe?

 

Meinen wir das jetzt ernst oder doch nicht? 

Rückblickend rechtfertigen wir das Verhalten gerne mit einer Ausrede - "Hatte so einen schweren Tag/war sonst nix zu essen da/Kopfweeeh" vor uns selbst und anderen. Aber wir wissen, dass etwas anderes dahintersteckt und fühlen uns schlecht.

 

Prüfe mal eben deinen guten Vorsatz (ich nehme jetzt mal: keine Chips mehr essen): bist du schon bereit eine Entscheidung zu treffen?

Worauf könntest du dich verbindlich einlassen?

Wenn "keine Chips" aktuell nicht drin ist - wäre "keine Chips mehr unter der Woche essen" machbar?

 

Und manchmal ist es besser zu entscheiden, das Thema vorerst nicht anzugehen. Das ist ehrlich. Und immer noch besser als ständig mit diesem blöden latent schlechten Gewissen rumzulaufen. Du weißt schon, diese Stimme, die immer etwas an dir rumzumeckern hat...

 

3. Du bist zwiegespalten

A propos Stimmen...da sind mehrere in unserem Kopf...also nicht im Sinne von schizophren...wobei...es ist jedenfalls ganz normal: wir haben alle mehrere innere Anteile/Stimmen. Die geben ungefragt ihren Senf bei. Die "überkorrekte Lehrerin"  zum Beispiel ist der Meinung, man könne ja wohl keine Krümel auf dem Tisch lassen. Die "Rebellin" meint hingegen, nur Spießer würden den Tisch abwischen und "Olga Opfer" jammert, immer müsse sie alles alleine machen. Wer davon bist jetzt "du"?! 

Und wer von denen bekommt recht? 

 

Manchmal finden wir leicht eine gute Lösung:  Mittags machen die Kinder den Tisch sauber und morgens wischen wir die Krümerl mit der Hand zusammen, alle happy.

Aber manchmal sind die Werte gegenläufig und wir bleiben stecken. Das kostet richtig viel Energie. Es ist als ob deine inneren Anteile Dauer-Tauziehen machen: es geht hin und her, keiner gewinnt und am Ende sind alle erledigt. 

 

Beispiel: Du willst wieder Sport machen aber dafür müsste die Familie abends ohne dich essen

Werte von "aktive Annette": sich um sich selbst kümmern, Freiheit, Bewegungsfreude ausleben

Werte von "gute Mutter": es den Kindern recht machen, Zeit mit der Familie verbringen, darauf achten, dass die Kinder "was gescheites" essen.

Wenn du dann monate- oder jahrelang nicht aktiv wirst könntest du meinen: "ich bin eben zu faul für Sport". Dabei ist das einfach falsch und macht dich noch mehr fertig, als du es durch die Tauzieherei eh schon bist. 

 

4. Du vergisst es

Manchmal ist uns sonnenklar, was wir wann tun wollen, aber in der Hektik des Alltags verpassen wir den Moment, wo das neue Verhalten hingehört. Wenn es dir immer wieder passiert, dass du die "richtige Gelegenheit" übersiehst, arbeite zunächst mit Hinweisen: Post-Its, Kalendereinträgen, Klingeltönen zur richtigen Zeit. Das hilft dir aber nur über die ersten Tage hinweg. Anschließend ignorierst du die Hinweise, womit dann Punkt 1 aktiv wird. 

 

5. Du hast kein Warum

Das ist ein wirklich wichtiger Grund und eines der ersten Dinge, was ich in einem Coaching abklopfe. Warum zum Geier willst du denn überhaupt was ändern??? Ohne starkes Warum wird dat nämlich nix.

 

"Weil ich 5 Kilo abnehmen will für den nächsten Urlaub" ist KEIN starkes Warum. Du brauchst einen FÜR DICH, tief im Inneren wertvollen Grund (sorry dass ich so schreie, es ist mir nur so wichtig...).

Etwas wofür es sich zu kämpfen lohnt, denn es wird sich zwangsläufig manchmal anfühlen wie beim Boxkampf in der fünften Runde, und dann brauchst du einen GRUND warum du wieder aufstehst und weitermachst (ruhig Silke, atmen...). 

 

Für den ach so gesunden Walking-Kurs hast du keinen starken Grund - warum Zeit damit vergeuden und dir Vorwürfe machen, weil du es wieder nicht durchhältst? Dann doch lieber gegen alle Vernunft den Ballettunterricht nehmen, den du als Kind nie bekommen hast und worin du nie "gut" werden wirst, aber es bringt dein Herz zum Hüpfen?! Du darfst dir was aussuchen, womit du deine freie Zeit verbringen willst, ehrlich! Erlaub dir das mal! 

 

Menschen haben die seltsamsten Warums. Muss ja keiner wissen. 

Manchmal kann man sich dieses Warum "erdenken", aber oft entdeckt man dieses Warum beim Tun. Deshalb ist "einfach mal anfangen" eine gute Tugend. 

 

6. Du hast eine "Armes-Würstchen"-Einstellung

Wenn einem das Leben "passiert" anstatt dass man Einfluss auf die Geschehnisse nimmt, wird es schwierig, die eigenen Ziele durchzusetzen. Natürlich trifft das auf dich nicht zu. Schließlich bist du eine emanzipierte, erfolgreiche Frau, da hat man sowas nicht. Das dachte ich jedenfalls lange von mir.

 

Bis mir typische Opferhaltung-Gedanken aufgefallen sind. Gedanken darüber, was ich alles machen würde, wenn nicht...wenn da nicht "die anderen" wären, die mich nicht unterstützen, meine Zeit beanspruchen...

Das mag auch wirklich so sein! Keine Frage gibt es schwierige Umstände und wenig-hilfreiche Personen im Umfeld.

 

Jemand mit "Armes-Würstchen-Einstellung" sagt sich "kann man nichts machen" und verharrt. Eine Gestalterin sagt eher "Was kann ich tun, damit xy möglich wird?" und geht erste Schritte. Ein grundlegender Unterschied in der Herangehensweise! 

 

Als ich anfing, die volle Verantwortung für meine Umstände zu übernehmen, mich nicht mehr selbst bemitleidete, anfing für meine Interessen einzustehen, konnte ich anfangen umzusetzen. 

Wie du alleine an diesen 6 Gründen siehst, ist es nicht damit getan, dass der Onkel Doktor sagt:" Jetzt machen Sie zweimal die Woche Sport!" und dann läuft das schon. Wenn es so einfach wäre, dann wären wir nicht ein Land der Couchpotatoes. 

Es gibt kein Allgemeinrezept für einen gesunden Lebensstil. So wie es keine Inneneinrichtung gibt, in der sich jeder wohlfühlt und keine Leibspeise die allen schmeckt. Für Frauen mit vielfältigen Rollen kommen weitere Herausforderungen dazu, über die ich hier noch gar nicht geschrieben habe. 

Wenn also "geh halt ins FitnessStudio" für dich nicht funktioniert, schau dich gerne weiter hier um und komme zu deiner ganz eigenen Version eines guten, gesunden Lebens. 

 

Wann immer du bereit bist unterstütze ich dich gerne dabei. Zum Beispiel beim Coachingpaket "Mein Fitness-Weg".