Übungen? Keine Lust!

Warum du keine Lust auf deine Übungen hast

Du hast also Übungen, die du machen solltest/müsstest/wollen tätest...entweder du hast sie dir selbst auferlegt oder dein Arzt, Physiotherapeut, Trainer hat dich dazu gezwungen, äh motiviert. 

Und jetzt wäre es mal wieder Zeit dafür, aber die Lust ist noch nicht da. Also lieber noch kurz diese Schublade ausmisten, das wolltest du schon lang mal machen und was ist eigentlich auf Facebook los (man nennt das Prokrastination). Und abends im Bett fallen dir die verd... Übungen wieder ein, aber jetzt ist es halt zu spät. Also morgen. 

 

Du schiebst es auf deinen inneren Schweinehund und deine mangelnde Disziplin. 

In diesem Artikel deckst du auf, an was es wirklich liegt. 

 

Die zwei Hauptgründe warum du keine Lust auf Übungen hast

Keine Lust an etwas zu haben, ist das vordergründige Problem. Es ist eine Ausrede, genau wie "keine Zeit". Es gibt zwei Haupt-Gründe, warum du zu etwas keine Lu-hust hast - und der Erstleser keinen Bock auf das Lesen-Üben. 

  1. Dir fehlt das Warum
  2. Es ist dir in irgend einer Form unangenehm

Okay, schauen wir uns das näher an. Mach dir einen Strich für Aussagen, die auf dich zutreffen. 

 

1. Dir fehlt das "Warum"

Dieser Grund kann ganz unscheinbar daher kommen. Wenn du dir beispielsweise nicht ganz sicher bist, ob diese Übungen überhaupt "die Richtigen" sind. So ein kleines Zweifelchen im hinteren linken Eck deines Hirns ob die überhaupt was bringen. Oder aber, du weißt eigentlich gar nicht genau, was dabei rauskommen soll. Hast also kein klares Wunschbild/Ziel vor Augen. Klares Ziel: "Bis zum 5.5. kann ich meinen rechten Arm schmerzfrei über 90° anheben". Unklares Ziel: "bisschen fitter werden". Oder aber, dieses Ziel ist nur "nice to have", wäre also ganz nett, wenn du es erreichen würdest, aber so richtig, richtig ernst ist es dir damit dann doch nicht. 

 

Kreuze (mental) an: 

a ⬜Ich habe (kleine) Zweifel an den Übungen

b ⬜Ich habe kein klares Ziel 

c ⬜Das Ziel ist mir nicht wichtig genug

 

 

2. Es ist dir in irgend einer Form unangenehm

In dieser Kategorie geht es darum, herauszufinden, was dir bei der Durchführung nicht gefällt. Auch das kann wieder ganz subtil sein. Kreuze an: 

d ⬜Ich verlange zu schnell zu viel von mir

e ⬜Ich bin danach fix und fertig

f  ⬜Ich bin mir unsicher, wie die Übung korrekt durchgeführt wird

g ⬜Ich kann die Übung nicht gut

h ⬜Ich komme mir schlecht/unfähig/unsportlich vor

i  ⬜Die Übung ist körperlich unangenehm

j  ⬜Es kostet mich zu viel Zeit

k ⬜Mann, ist das laaaangweilig

 

 

Ist dir nun ein bisschen klarer, warum du keine Lust auf deine Übungen hast? Hast du mehr Verständnis für dich? Dann kannst du jetzt "mit dir verhandeln".

  • Was müsstest du anderes denken, um mehr Lust zu haben? 
  • Wie müsstest du die Übungen anpassen? 
  • Würde es helfen, sich Unterstützung oder Rückmeldung zu holen? 
  • Was kann ich an der Umgebung verändern (Musik, Zeitpunkt, Raum)?

 

 

Wie du deine Übungen anpassen kannst

gemeinsam üben Übungen

Wir machen mal ein Gedankenexperiment und vergleichen deine Situation mit der eines Erstlesers...

Stell dir vor, dein Kind soll lesen lernen (wenn dein Kind älter als 6 Jahre ist, hattest du die Situation ja schon).

Wie würdest du das machen? 

Würdest du ihm ein altes Buch hinknallen und sagen:" Da! Lies das durch. Wenn du fertig bist, kannst du aus deinem Zimmer kommen und wieder was Schönes machen." ...schlimm, oder? 

 

Wieso gehst du mit dir so um, wenn es um deine Übungen geht? 

Wie würdest du es anstellen, dass das Kind Lust am Lesen findet (und du Gefallen an deinen Übungen)?

 

Das macht die geduldige Mutter mit ihrem Erstleser Das macht die clevere Frau mit ihren Übungen
sucht das passendste Erstlesebuch aus - spannendes Thema, das den Knirps interessiert sucht und findet ihr Warum. Warum sind die Übungen wichtig? Was kannst du dann (wieder) tun? 
sucht ein Buch mit großen Buchstaben und vielen Bildern aus fängt mit leichten Übungen an
richtet eine kuschelig bequeme Leseecke ein richtet sich den Trainingsort ansprechend ein
mit kurzen Lesezeiten anfangen, ggf. abwechselnd lesen fängt mit kurzen Übungszeiten an (besser kurz als gar nicht)
nimmt den Druck raus, lobt kleinste Fortschritte nimmt den Druck raus, bemerkt kleinste Fortschritte
freut sich über die Anstrengung, die der Kleine aufbringt freut sich über die Anstrengung, die sie investiert
besteht auf einer täglichen Lesezeit (Routine) besteht auf einer täglichen Übungszeit 
schenkt zur Belohnung ein besonders tolles Buch schenkt sich zur Belohnung etwas, was die Übungen attraktiver macht/die Fitness fördert

Was du konkret tun kannst

Idealerweise hast du erkannt, warum du keine Lust auf Übungen hast. Und du hast erste Ideen, wie du dir das Üben angenehmer gestalten kannst. Probiere aus und nimm diese Stimme im Kopf ernst, du rummosert. Sie bringt dich auf die richtige Spur.

 

Etwas will ich dir noch mitgeben:

Wenn wir uns verändern oder etwas Neues lernen, ist das oft mit Anstrengung und Frustration verbunden. Der Erstleser müht sich mit jedem Buchstaben ab. So ist es auch mit deinen Übungen. Erwarte und akzeptiere, dass es (für die erste Zeit) etwas unangenehm ist. 

Wenn der Erstleser dran bleibt, fügen sich Buchstaben auf einmal zu Worten und irgendwann zu flüssigen Sätzen (ist unser Körper nicht ein Wunderwerk?). Wenn er diese erste Frust-Phase überwunden hat, macht das Lesen keine Mühe mehr und vielleicht sogar Spaß (meine Tochter fand lesen ätzend und jetzt liest sie Harry Potter, fast 1000 Seiten). 

 

Was wäre, wenn DU dran bliebest? 

 

PS: Falls du dich bei deinen Übungen unsicher fühlst, weil du nicht weißt, ob du sie richtig durchführst oder ob es überhaupt die passenden Übungen sind, empfehle ich dir meine 1:1 Bewegungsberatung.